Statement der VP Klosterneuburg: Warum wir Kleinwindkraftanlagen im Wohngebiet ablehnen
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Die VP Klosterneuburg steht klar zur Förderung erneuerbarer Energien – dort, wo sie sinnvoll, effizient und verträglich umgesetzt werden können. Jede Energiequelle, die zur Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern beiträgt, ist grundsätzlich zu begrüßen. Dies darf jedoch nicht um jeden Preis geschehen.

Um sich ein fundiertes Bild vom aktuellen Stand der Technik zu machen, besuchten die Mitglieder des Ausschusses für Stadtplanung und -entwicklung im Juni 2024 den Energieforschungspark Lichtenegg. Dabei wurden neben den bekannten Vorteilen von Kleinwindkraftanlagen auch wesentliche Herausforderungen deutlich.
Geeignete Standorte für Kleinwindkraftanlagen benötigen dauerhaft hohe Windgeschwindigkeiten. In verbauten Gebieten und Tallagen wie Klosterneuburg sind diese Voraussetzungen jedoch kaum gegeben. Gebäude und Bäume bremsen den Wind und verursachen Verwirbelungen, die den Betrieb erheblich beeinträchtigen. Für eine seriöse Standortbewertung wären daher Windmessungen über mindestens ein Jahr notwendig. Zudem zeigte sich, dass die Montage auf Gebäuden häufig zu störenden Geräuschen und Vibrationen führt, die für Anrainer belastend sein können.
Zur Einschätzung des tatsächlichen Windpotenzials in Klosterneuburg wurde zusätzlich eine fachliche Ersteinschätzung beim Autor des österreichischen Leitfadens „Kleinwindkraft – Zahlen, Fakten & Erfolgsfaktoren für Planung, Standortbewertung, Umsetzung und Betrieb“ eingeholt. Das Ergebnis ist eindeutig: Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit im innerstädtischen Bereich liegt mit unter 1 m/s deutlich unter den erforderlichen 3,5 bis 4 m/s. Damit kann kein wirtschaftlich und energetisch sinnvoller Betrieb gewährleistet werden.
Zwar steigt der potenzielle Ertrag mit einer höheren und freieren Montage der Anlagen, gleichzeitig würden diese jedoch deutlich über die bestehende Bebauung und Vegetation hinausragen. Dadurch käme es zu einer nachhaltigen Beeinträchtigung des Orts- und Landschaftsbildes – insbesondere im sensiblen Landschaftsschutzgebiet Wienerwald.
Aus diesen Gründen räumt die VP Klosterneuburg dem Schutz des Orts- und Landschaftsbildes in Wohn- und Wohnmischgebieten klare Priorität ein. Wir sprechen uns daher gegen die Errichtung von Kleinwindkraftanlagen in diesen Bereichen aus.
Ausgenommen bleiben sollen weiterhin Betriebs- und Sondergebiete, in denen die Sensibilität des Orts- und Landschaftsbildes geringer ist. Dort können Kleinwindkraftanlagen weiterhin ermöglicht werden. Dieser Ausgleich wurde auch im vorliegenden Änderungsentwurf berücksichtigt.
Sollten technische Weiterentwicklungen in Zukunft zu deutlich leistungsfähigeren Anlagen führen, sind wir selbstverständlich bereit, die derzeitigen Regelungen neu zu evaluieren und gegebenenfalls anzupassen.
VP Klosterneuburg – Für eine verantwortungsvolle und sachliche Energiepolitik.





























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