Die Budget-Schwerpunkte der Stadt Klosterneuburg für 2026
- Volkspartei Klosterneuburg
- Dec 15, 2025
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Der Gemeinderat der Stadtgemeinde Klosterneuburg hat mehrheitlich den Voranschlag für 2026 beschlossen.
Finanzstadtrat Konrad Eckl legte dem Gemeinderat den Voranschlag 2026 zur Beschlussfassung vor. Dieser sieht im Ergebnishaushalt rd. € 98,3 Mio. an Erträgen sowie € 99,8 Mio. an Aufwendungen vor. Das Nettoergebnis beträgt Minus € 1.482.000,-, kann jedoch durch Haushaltsrücklagen ausgeglichen werden.

Bürgermeister Christoph Kaufmann: „Das nächste Jahr wird – wie in vielen anderen Gemeinden – von Sparmaßnahmen und Konsolidierung bestimmt sein.“ Er betont die herausfordernden Umstände ebenso wie die Wichtigkeit eines Kurses, der trotz allem Schwerpunktsetzungen im Sinne der Bürger zulässt: „Ein tragfähiges Gemeindebudget zu erreichen ist in Zeiten von hoher Finanzbelastung, steigenden Umlagen an das Land, zugleich stagnierenden Ertragsanteilen und nicht zu vergessen die Finanzierung der Hochwasserschäden, die uns immer noch beschäftigt, kritisch. Wir haben alles darangesetzt, 2026 eine Basis zu finden, die kommunale Projekte wie den neuen Wirtschaftshof, die Kindergärten Kreutzergasse und Weidlingerstraße sowie die Fertigstellung des Brunnens VI umsetzen lässt.“
BGM Kaufmann weist darauf hin, dass es sich um Projekte handelt, die langfristig geplant und wichtig für die Modernisierung der Verwaltung sowie Infrastruktur sind. „Es gibt aber keine Entwarnung. Wir müssen auch bei den Budgets der Folgejahre unsere Hausaufgaben machen, damit wir handlungsfähig bleiben.“
Finanzstadtrat Konrad Eckl präsentierte in seiner Budgetrede folgende Schwerpunkte im Budget 2026:
Kontinuität & Stabilität: Finanzielle Stabilität ist mit Einnahmen von € 109,8 Mio. und Investitionen von € 18,7 Mio. gegeben.
Bildung & Familie: € 7,8 Mio. werden für Kinderbetreuung zur Verfügung gestellt und € 1,7 Mio. für den Neubau des Kindergartens Kreutzergasse. € 16,4 Mio. fließen in Summe in Bildung und Wissenschaft.
Nachhaltigkeit & Infrastruktur: Nachhaltige Projekte wie die Umrüstung auf LED-Straßenbeleuchtung, der Ausbau des Trinkwassernetzes (€ 7,8 Mio. bis 2029) und der Bau des neuen Wirtschaftshofs (€ 10,6 Mio.) sichern langfristige Versorgung und Effizienz.
Sicherheit & Mobilität: Gezielte Straßenbauprojekte (z.B. Umgestaltung der B14 im Bereich um die Volksschule Kierling) und die Prüfung von Mikro-ÖV-Systemen – das sind kleinräumige, bedarfsorientierte, flexible und an Nutzern orientierte Verkehrsangebote – fördern eine moderne und umweltfreundliche Verkehrspolitik.
Lebensqualität, Soziales & Gesundheit: Mit € 23,3 Mio. bleiben soziale Sicherheit und Gesundheit ein Schwerpunkt, darunter € 11,9 Mio. an Umlagen für das Landesklinikum Klosterneuburg und das Rettungswesen. Das ehemalige BH-Gebäude in der Tauchnergasse wird zu einem zentralen Gesundheits- und Ärztezentrum mit neuen Kassenstellen umgebaut. In den Bereich Freizeit und Sport fließen € 4,5 Mio.
Kultur & Gemeinschaft: Insgesamt sind € 4,4 Mio. für Kulturprojekte wie Musikschule, Stadtmuseum oder Sommeroper vorgesehen.
Finanzstadtrat Konrad Eckl gab sich in seiner Budgetrede vorsichtig zuversichtlich: „Die Zeiten sind schwierig geworden und stellen uns vor große Herausforderungen. Durch die guten Rücklagen, die in den letzten Jahren geschaffen wurden, und bereits beschlossene bzw. noch umzusetzende Konsolidierungsmaßnahmen bei Ausgaben und Einnahmen können wir jedoch wichtige Investitionen im Bereich Kinderbetreuung, Sicherheit, Infrastruktur und Klimaschutz tätigen und abdecken.“
In Bezug auf die Umlagenzahlungen zeigte sich Eckl alarmiert: „Über die letzten Jahre geht schon alleine hier eine gefährliche Schere auf, die aber angesichts generell steigender Ausgaben noch an Brisanz zunimmt.“ Hinzu kommt, dass die Ertragsanteile nicht wesentlich steigen. „Diese zentrale Einnahmequelle unserer Stadt kann also im Vergleich zur Entwicklung der Umlagen bestenfalls als statisch bezeichnet werden. Die Pflichtausgaben steigen aber deutlich.“, so Eckl.
„Klosterneuburg steht vor großen Herausforderungen – und ebenso großen Chancen“, schlug Gemeinderat Christian Schwarz in die gleiche Kerbe wie der Finanzstadtrat. „Heute entscheiden wir nicht nur über Zahlen, sondern über die Richtung, in die sich unsere Stadt entwickeln soll. Der Budgetvoranschlag 2026 sind nicht nur Zahlen, er ist mehr: Unser gemeinsamer Fahrplan für eine lebenswerte, zukunftsfähige Stadt. Wir NEOS werden diesem Fahrplan zustimmen.“
Ertragsanteile erlauben keine großen Sprünge
Die Ertragsanteile sind jene Teile der gemeinschaftlichen Bundesabgaben, die auf die Länder und Gemeinden aufgeteilt werden. Die Abgabenertragsanteile lagen 2025 bei rund € 39,8 Mio. und wurden basierend auf den wirtschaftlichen Prognosen des Bundesministeriums für Finanzen im Voranschlag 2026 mit rund € 41,8 Mio. budgetiert.
Umlagen an das Land Niederösterreich steigen
Die Umlagen für die Erhaltung der Krankenanstalten, Sozialhilfe und Jugendwohlfahrt machen zusammen mehr als rd. € 22 Mio. aus (2025: € 20,3 Mio.).
Gerade die Umlagen sind 2026 weiter gestiegen. Die NÖKAS-Umlage und der Standortvorteil, also jene Beträge, die das Land NÖ als Anteil der Stadt Klosterneuburg zur Krankenhausfinanzierung sowie seit 2021 für das Rettungs- und Krankentransportwesen erhält, werden rund € 11,9 Mio. (2025: € 11 Mio.) ausmachen. An Kinder- und Jugendhilfeumlage werden 2026 rund € 1,5 Mio. (2025: € 1,5 Mio.) und an Sozialhilfeumlagen rund € 8,6 Mio. (2025: € 7,9 Mio.) an das Land überwiesen.
Schuldenstand wird aufgrund wichtiger Investitionen höher
Für 2026 ist ein voraussichtlicher Schuldenstand von € 59,0 Mio. ausgewiesen, der aufgrund der Umsetzung von für die Stadt wichtigen Investitionsprojekten im Vergleich zum aktuellen Schuldenstand von € 40,9 Mio. im Rechnungsabschluss 2024 ansteigen wird.
Alle Zahlen und Daten zum Voranschlag werden zeitnah an den Budget-Beschluss übersichtlich aufbereitet auf www.offenerhaushalt.at sowie unter www.klosterneuburg.at/stadtbudget abrufbar sein.





























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