Sicherheit im Fokus: Stadtgemeinde Klosterneuburg setzt auf Aufklärung und Vorsorge nach der Flut 2024
- Jun 26
- 2 min read
Rund 21 Monate nach der Hochwasserkatastrophe zog die Zivilschutz-Info-Reihe im vollbesetzten Pfarrsaal Kierling Bilanz. Neben Expertenanalysen stand vor allem eine Frage im Mittelpunkt: Wie können sich die Bürgerinnen und Bürger in Zukunft optimal vor Starkregen schützen?
Die Katastrophenflut vom September 2024 hat in Klosterneuburg tiefe Spuren hinterlassen. Für die Stadtregierung ist klar: Naturgefahren lassen sich nicht verhindern – aber die Stadtgemeinde kann dafür sorgen, dass niemand unvorbereitet getroffen wird. Im Rahmen der etablierten Zivilschutz-Info-Reihe lud die Gemeinde am Montagabend zu einem stark besuchten Vortragsabend nach Kierling, um gemeinsam mit Experten die Lehren aus der Flut zu ziehen und konkrete Selbstschutzmaßnahmen zu vermitteln.

Die Topografie als Herausforderung
Warum gerade Kierling so massiv getroffen wurde, erläuterte der Krisenexperte Mario Kastner eindrucksvoll: Die steilen Hänge des Wienerwaldes, extrem kurze Fließwege und die dichte Bebauung in den Talräumen bilden bei Starkregen eine gefährliche Kombination. Diese topografischen Gegebenheiten prägen weite Teile unseres Stadtgebietes.
Im Gegensatz zu klassischen Donau-Hochwassern, die sich tagelang ankündigen, betragen die Reaktionszeiten bei Starkregen oft nur 45 Minuten bis maximal zwei Stunden. Zudem handelt es sich um ein extrem kleinräumiges Phänomen. Während das Retentionsbecken Marbach im September 2024 stabil blieb, verwandelte sich die Kierlinger Straße in kürzester Zeit in einen Fluss.
Planung braucht Gründlichkeit und Weitblick
Nachhaltige Hochwasserschutzprojekte benötigen eine fundierte Analyse und präzise Planung, die derzeit in enger Abstimmung mit dem Land Niederösterreich erfolgt. Ein vorschnelles Agieren ohne die finalen Daten des Landes wäre unverantwortlich. Die Planungsphase läuft auf Hochtouren, um langfristige Sicherheit für alle Betroffenen zu garantieren. Neben etwaigen baulichen Schutzmaßnahmen auf öffentlichen Flächen durch die Stadtgemeinde lag der Fokus am Abend darauf, dass die Bürgerinnen und Bürger für solche Ereignisse entsprechend vorsorgen können. Als Beispiel wurden hier eigene bauliche Maßnahmen am eigenen Grundstück genannt oder aber auch der korrekte Umgang mit den angrenzenden (Wild-)Bächen.
Blaulichtstadtrat Florian Havel, auch verantwortlich für den Katastrophenschutz nutzte den Abend für einen dringenden Appell an die Bevölkerung:
„Hochwasserschutz beginnt vor der eigenen Haustür. Bitte entsorgen Sie unter keinen Umständen Grünschnitt oder Gartenabfälle in oder an den Bächen. Im Herbst 2024 haben wir gesehen, wie weggeschwemmte Äste und Treibgut die Durchlässe verstopft und die Lage dramatisch verschärft haben. Ebenso nehmen Sie Warnungen von Seiten der Einsatzkräfte bzw. der Stadtgemeinde ernst und bleiben Sie während der Katastrophe zu Hause bzw. suchen Sie Schutz auf!“

Die Stadtregierung wird den eingeschlagenen Weg der transparenten Information und der engen Zusammenarbeit mit dem NÖ Zivilschutzverband konsequent fortsetzen.
Die nächsten Termine der Zivilschutz-Info-Reihe:
Dienstag, 22. September, 18.30 Uhr: Feuerwehr Weidlingbach | Thema: Starkregenereignisse und Hochwasser
Montag, 19. Oktober, 18.30 Uhr: Feuerwehr Maria Gugging | Thema: Strahlenschutz





























Comments